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Juni 2005 - Konsolidierung wird konsequent vorangetrieben
Die
Städtische Wohnungsgesellschaft Pirna mbH (nachfolgend WGP) hat im
Geschäftsjahr 2004 die im Jahr 2003 eingeleitete Konsolidierung
vorangetrieben und dabei wichtige Meilensteine erreicht.
In seiner Sitzung vom 14.06.2005 nahm der Aufsichtsrat der WGP den
Bericht der Geschäftsführung und der Wirtschaftsprüfer
zum Jahresabschluss 2004 entgegen. Der Aufsichtsrat billigte den
Jahresabschluss und empfahl der Gesellschafterversammlung, den
Jahresabschluss festzustellen.
Zum Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2004
- Deutlich reduzierter Jahresfehlbetrag
Das Geschäftsjahr 2004 schloss mit einem Verlust von 0,84 Mio.
€ (Vj. Verlust 2,69 Mio. €). Obwohl immer noch ein
Jahresfehlbetrag zu konstatieren ist, handelt es sich bei der
Gesamtentwicklung um einen Fortschritt, der als Ergebnis des im Jahr
2003 eingeleiteten Konsolidierungsprozesses gesehen werden kann.
Die erlösten Ist-Mieten bewegten sich leicht unter dem Niveau des
Vorjahres und lagen bei 18,70 Mio. € (Vj. 18,79 Mio. €.). Die
Mietausfälle wegen Leerstandes und Mietminderungen lagen bei 3,74
Mio. € (Vj. 3,53 Mio. €; jeweils nach Abzug der Effekte aus
dem Hochwasser 2002).
Für die Instandhaltung der Gebäude und Grundstücke
wurden 2,66 Mio. € (Vj. 2,19 Mio. €) aufgewendet (jeweils
nach Abzug der Effekte aus dem Hochwasser 2002).
Die Personalkosten haben mit 2,08 Mio. € (Vj. 2,14 Mio. €)
den niedrigsten Wert seit Bestehen der WGP erreicht. Am Bilanzstichtag
waren in der WGP insgesamt 55 Mitarbeiter beschäftigt, davon vier
Auszubildende.
Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen konnten wiederholt gesenkt
werden und betrugen 0,85 Mio. € nach 0,89 Mio. € im Vorjahr.
Die im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut erreichte Reduzierung der
Zinsaufwendungen auf 9,21 Mio. € (Vj. 9,41 Mio. €) resultiert
aus dem Abbau der Verschuldung, Umschuldungen zu relativ günstigen
Konditionen und weiteren Maßnahmen zum Kreditmanagement.
Zu den wesentlichen Meilensteinen auf dem Wege der Konsolidierung
gehört der weitere Ab-bau der Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten auf 177,29 Mio. € (Vj. 182,14 Mio. €). Von
den Krediten entfielen allein 26,76 Mio. € (Vj. 27,57 Mio. €)
auf DDR-Altschulden, die per Gesetz auf die Wohnungswirtschaft in den
Neuen Bundesländern umgelegt wurden.
- Investitionstätigkeit von Zurückhaltung geprägt
Per 01.01.2005 verfügte die WGP über 7.271 Wohnungen (Vj.
7.437 Wohnungen) mit einer vermietbaren Fläche von 395.492 m²
(Vj. 407.027 m²) und 195 Gewerbeeinheiten (Vj. 185
Gewerbeeinheiten) mit 25.351 m² Mietfläche (Vj. 21.921
m²).
In den vermietbaren Wohnungsbeständen lag der Leerstand bei ca. 11
% der Mietflächen. Rechnet man auch die Objekte hinzu, die aus
unterschiedlichen Gründen nicht mehr vermie-tet werden können
oder sollen, so lag der Gesamtleerstand wie im Vorjahr bei ca. 22 %.
Die Investitionstätigkeit der WGP war von Zurückhaltung
geprägt. Die Sanierung des Gebäudekomplexes Lange
Straße Ecke Badergasse in der Pirnaer Altstadt wurde im Sommer
2004 planmäßig abgeschlossen. Im Stadtteil Sonnenstein
entstand ein neues Kundenzentrum, das eine deutlich bessere
Kundenberatung, aber auch verbesserte Arbeitsbedingungen für die
WGP-Mitarbeiter, ermöglicht. Andere nennenswerte Investitionen
wurden nicht durchgeführt und sind auch nicht in Planung.
Im Rahmen des Stadtumbaus Ost erfolgte 2004 der Abriss eines ersten
Gebäudes in Neundorf. Mehrere Objekte wurden für den Abriss
in den Folgejahren vorbereitet. Allerdings ist in einigen Fällen
die Genehmigung der Denkmalschutzbehörden offen. Ähnlich
schwierig gestaltet sich die Situation bei so genannten Streuobjekten
außerhalb der förmlich festgelegten Stadtumbaugebiete, bei
denen bisher keine Zustimmung zu Förderfragen aus dem Programm
Stadtumbau Ost erreicht werden konnte.
Verschiedene Objekte, die nicht zum Kernbestand gehören und
für den Abriss nicht relevant sind, werden zum Verkauf angeboten.
Nennenswerte Spielräume für neue Investitionen sind im
aktuellen Marktumfeld nicht gegeben. Die WGP wird deshalb auch in den
nächsten Jahren eher eine qualitative Entwicklung statt einer
Erweiterung ihres Bestandes betreiben.
- Die WGP wird sich 2005 weiter konsolidieren
Die WGP wird voraussichtlich auch in den nächsten Jahren
Fehlbeträge ausweisen müssen. Das hat seine Ursache in den
Folgen der überzogenen Investitionen, die bis 2002 betrieben
wurde, und in dem sehr schwierigen Marktumfeld, in dem sich die WGP
bewegt. Allerdings wird sich die Gesellschaft insbesondere hinsichtlich
ihrer Liquidität stabilisieren.
Die Geschäftsführung geht davon aus, dass die WGP mit der
Umsetzung der eingeleiteten Konsolidierung in der Lage sein wird, ihre
Existenz langfristig zu sichern. Zentrale Steuerungsgröße
bleibt die Liquidität. Höchste Priorität hat der Abbau
der Verschuldung. Andere Aspekte werden diesen Zielgrößen
untergeordnet, jedoch ohne die Substanz der Gesellschaft und damit die
Entwicklungspotentiale in Frage zu stellen.
Die WGP wird auch unter den gegenwärtig schwierigen Bedingungen
für ihre Mieter und Geschäftspartner ein zuverlässiger
und leistungsfähiger Partner sein.
- Sonstige Aspekte der Unternehmensentwicklung
Im August 2004 wurde, einem Stadtratsbeschluss folgend, die Service-
und Beteiligungsgesellschaft Pirna mbH (SBP) als 100 %ige
Tochtergesellschaft und Holding der Stadt gegründet. Dabei wurden
die Mehrheitsanteile an den damals bestehenden kommunalen
Gesellschaften in die SBP eingebracht, so dass ein Konzern aus
städtischen Unternehmen entstand. Ziel dieser Neustrukturierung
war und ist es, mittelfristig Synergieeffekte zu heben und die
Kooperation der kommunalen Gesellschaften zu vertiefen. Die SBP
hält 94,9 % der WGP-Anteile, die verbleibenden Anteile in
Höhe von 5,1 % werden weiterhin direkt von der Stadt Pirna
gehalten.
Im Dezember 2004 hat sich der neu bestellte Aufsichtsrat der WGP
konstituiert. Die Anzahl der Mitglieder wurde von neun auf fünf
reduziert. Neben dem Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt
Pirna, Herrn Markus Ulbig, als Vorsitzenden gehören dem
Aufsichtsrat noch die Pirnaer Stadträte Ursula Görke und Tilo
Kloß sowie Prof. Dr. Stefan Kofner (Zittau) und Dr. Helmut
Dawidowski (Dresden) als externe Fachleute an.
Die Einführung des Arbeitslosengeldes II und der weiteren
Regelungen, die allgemein unter dem Begriff Hartz IV zusammengefasst
werden, war auch für die Wohnungswirtschaft mit einer Reihe von
Problemen verbunden. Die Zusammenarbeit der WGP mit der lokalen ARGE
verläuft konstruktiv und erfolgreich. Mieter, die jetzt das
Arbeitslosengeld II erhalten, konnten sich davon überzeugen, dass
die WGP auch für Kunden mit niedrigen Einkommen ein
zuver-lässiger Partner ist.
Die WGP erbringt seit 01.01.2005 kaufmännische Service- und
Managementleistungen für die neu gegründete Kultur- und
Tourismusgesellschaft Pirna mbH.
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